Kritik KULTURMISCHMASCH

„Ensemble 21“ stellt sich mit der Produktion „Der Sturz der Möwe“ vor

22. NOVEMBER 2015

Mutig, mutig: Eine neue Theatergruppe, das Ensemble 21, feiert mit dem Stück „Der Sturz der Möwe“ von Margarita Kinstner seinen Einstand in Wien.

Rita Hatzmann und Erich Knoth

Mutig deswegen, weil es heutzutage, mit immer geringer werdenden Fördermitteln, für eine neue Theatergruppe nicht einfach ist, zu produzieren und zu interessieren. Dass sich der Mut ausgezahlt hat und das Debüt voll aufgegangen ist, zeigte sich an diesem Wochenende bei den drei Vorstellungen im Sonnwendviertel.

Großer Applaus für Rita Hatzmann und Erich Knoth

Das Stück, in vager Anlehnung an Tschechow, zeigt den Ehealltag von Mascha (Rita Hatzmann) und Simon (Erich Knoth), der vor allem von Mascha als immer unerträglicher empfunden wird. Traut sie sich auszubrechen oder findet sie sich mit der freudlosen Situation ab? Drei Variationen einer Ausgangssituation werden dargestellt, das intensive Spiel zieht die Zuschauer in den Bann – wie wird die Sache ausgehen? Ein durch und durch gelungener Theaterabend, der zeigt, dass Qualität keine Frage von großen Bühnen und üppigen Förderungen ist …

Nach der Vorstellung Diskussionsrunde mit Autorin Margarita Kinstner (l.)

Es war nicht nur eine Premiere für das Ensemble 21, sondern auch für die Kulturaktivitäten im neu gebauten Sonnwendviertel hinter dem Hauptbahnhof. Die Wohnungen hier sind schon bezogen, daneben wird noch fest weiter gebaut, alles ist neu. Was fehlt, sind allerdings urbanes Leben und damit verbunden weitere Initiativen im Kulturbereich. Die Initialzündung ist jetzt getan, ich bin sicher, dass man vom Ensemble 21 ebenso wie von weiteren Aktionen im neuen Stadtteil hören wird.

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