Kurier Kritik 09.06.16

Zwei starke Frauen lassen viel lachen

Kurier Kritik von Heinz Wagner 09.06.2016

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"Schönwettermenschen im Regen" - Schauspielerin und Journalistin schrieben eigene Komödie mit vielen aktuellen Bezügen und laden in ein "Keller-Theater" im neuen Wiener Sonnwendviertel.

Bei der ersten Begegnung sind sie einander ja nicht gleich so besonders gewogen – die toughe Politik-TV-Journalistin Katharina und die in ihr Leben stolpernde Nachbarin Leila, deren Traumberuf Schauspielerin ist. Die Begegnung findet unter dem Titel „Schönwettermenschen im Regen“ im Keller des neuen Sonnwendviertels beim Wiener Hauptbahnhof statt.(..)


Und sorgen in den knapp mehr als eineinhalb Stunden für viel Lachen im vollbesetzten Saal – über slapstickartige Szenen, über Missgeschicke und Situationen, die den meisten selbst nicht so ganz unbekannt sein dürften. Denn aus Alltagserlebnissen schöpften die beiden Darstellerinnen, die die Geschichte auch selbst geschrieben haben. (...)


Fakten vs Stammtisch

Natürlich ist nicht alles eins zu eins aus dem Leben der beiden – übrigens die eine aus dem neuen Sonnwendviertel, die andere aus „Alt“-Favoriten – gegriffen. Zum einen sind manche Erlebnisse verfremdet, zum anderen wurden auch Erzählungen anderer eingebaut. Und natürlich – nicht zuletzt aufgrund der Nähe zum Hauptbahnhof und des Jobs von Katharina, spielt die aktuelle Flüchtlingsfrage eine große Rolle – auf der einen Seite die hart die Fakten recherchierende Katharina, auf der anderen Seite Leila, die nahezu sämtliche Vorurteile von Stammtischen und kleinformatigen Boulevardblättern reproduziert. Außerdem eigenen sich die auch gut dafür, für die eigene Misere anderen Schuld zu geben.


Lieder

Eingebaut in die Komödie sind auch einige Lieder, live gesungen, teils auch live instrumental begleitet – auf der Gitarre bzw. einem Piano. Teils wurden bekannte Songs mit neuen Texten versehen, teils neue komponiert. Eine Anfangs- und Pausenmelodie stammt von der 12-jährigen Amelie Hatzmann, Tochter der Schauspielerin. „Ich spiel seit einem Jahr Klavier und manchmal fallen mir Melodien ein, die nehm ich dann mit dem Handy auf, hör sie an, veränder sie, nehm sie wieder auf. Und bei der einen hat die Mama gesagt, die würde für ihr Stück passen und ob sie die nehmen darf. Das hat mich schon sehr gefreut“, sagt die ehemaligen Sängerknaben-Volksschülerin. ()

http://kurier.at/leben/kiku/komoedie-zwei-starke-frauen-lassen-viel-lachen/203.583.471

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