
Rita Luksch macht die Erlebnisse der Spinnerin am Kreuz oder des Donauweibchens für die heute lebenden Menschen spürbar. Besonders holt sie die weiblichen Charaktere in den spannenden Geschichten vor den Vorhang, aber sie begibt sich auch auf die Spuren der männlichen Abenteurer, die es oft nur mit viel Glück geschafft haben, durchzukommen.
Der Musiker Georg O. Luksch bringt die starken Emotionen durch live Elektronik-Sounds und Beats der aktuellen Jugendkultur sowie eigene, teils selbst gebaute Instrumente zur Wirkung. So werden die Erzählungen lebendig und mit heutigen Themen verknüpft. Auch Improvisation sowohl schauspielerisch als auch musikalisch hat ihren Platz, das Künstlerduo aus Wien steht seit über zehn Jahren gemeinsam auf der Bühne und wird auch Inputs aus dem Publikum miteinbeziehen. Stückdauer ca. 55min.
Sonntag 16. August 2026 „Sagen aus Wien“ open-air Uraufführung beim Kultursommer Wien, Waldmüllerpark, 1100 Wien, Beginn 18:30 Musik-Theater von und mit Rita Luksch & Georg O. Luksch
Ein lauer Sonntagabend im Waldmüllerpark: Im Rahmen des Kultursommers Wien präsentierte das Künstlerpaar Rita und Georg O. Luksch sein Programm „Sagen aus Wien“. Ritas einstündiger Monolog vermischt ernst, heiter und kurzweilig Historie, Legende und Schauermärchen aus und über längst vergangene Zeiten unserer Stadt. Georg steuert wie gewohnt Atmosphärisches an Klang und Geräuschen bei. Wir alle kennen diese Geschichten seit Kindertagen, werden gewissermaßen wieder an sie erinnert, denn präsent haben wir sie kaum noch, die rührenden und mahnenden und oft auch grausigen Erzählungen aus dem Mittelalter: Der Stock im Eisen. Die Spinnerin am Kreuz. Die Bärenmühle. Der Basilisk. Das Donauweibchen. Die charmante Erzählerin spannt einen großen Bogen, schlüpft in vielerlei Rollen, kommt im Plauderton von einer unerhörten Begebenheit zur nächsten. Wer vermag am Ende noch zu sagen, was ein Körnchen Wahrheit enthält und was frei erfunden ist? Am Gründungsmythos des Stifts Klosterneuburg ist womöglich was dran: Der Babenberger Herzog Leopold III. schwor, an der Stelle, wo er den vom Winde verwehten Schleier seiner Braut Agnes wiederauffinden würde, ein Kloster zu errichten. Und auch dass der englische König Richard Löwenherz auf der verunglückten Rückreise von einem Kreuzzug durch den in seiner Ehre gekränkten Leopold V. in Wien gefangengenommen, auf Burg Dürnstein festgesetzt und erst gegen eine enorme Lösegeldzahlung wieder freigelassen wurde, ist historisch belegt. Dass hingegen der Schwarzmagier Doktor Faust sogar in Wien sein Unwesen getrieben hätte? Immerhin eine mögliche Erklärung der mysteriösen Redewendung, man solle den Teufel nicht an die Wand malen. Und wie könnte eine so amüsante Lehrstunde für Jung und Alt zu diesem Thema anders enden als mit „O, du lieber Augustin, alles ist hin!“ – gesungen vom gesamten zahlreich erschienenen Publikum. 17.8.26 Peter Jungmayer auf Facebook




Wiener Sagenfiguren werden „lebendig“
Von der „Spinnerin am Kreuz“ über Basilisk bis zum lieben Augustin als Erzähltheater mit Live-Musik open air und gratis im Sonnwendviertel (Wien-Favoriten, Nähe Hauptbahnhof).
„Komen Sie näher!“ … die zweite Hälfte der marktruferischen Einladung „treten Sie ein“ würde nicht passen, findet die Vorführung doch open air statt. Unter freiem Himmel steht die Schauspielerin Rita Luksch und animiert Vorbeigehende, sich auf den einen oder anderen Sessel zu setzen. Um in der kommenden Stunde den lebendigen Erzählungen bekannter und vielleicht auch weniger bekannter Sagen zu lauschen. Hinter ihr im überdachten Eck vor dem Eis-Salon im Sonnwendviertel (Neubaugebeit in Wien-Favoriten beim Hauptbahnhof) sitzt – umgeben von etlichen Instrumenten wie Schlagzeug, Theremin, Melodika und anderen sowie der Sound-Anlage – Georg O. Luksch.
Donauweibchen, Spinnerin am Kreuz, Stock im Eisen … und andere werden nun vor dem Publikum mit untermalter Musik, Gesten und wechselnden Stimmen lebendig. Hin und wieder bittet die Darstellerin Freiwillige aus dem Publikum nach vor, um neben ihr auf einem Sessel Platz zu nehmen und die eine oder andere Figur aus einer der Sagen zu mimen.
Basilisk und Augustin
Bei einer, nämlich der vom Basilisken, stülpt sich der Musiker eine Ganzkopf-Maske dieses Ungeheuers über und die Schauspielerin greift sich aus der Requisitentasche einen Spiegel. War der doch DAS Mittel gegen das giftige sagenhafte Monster im Brunnen in der Schönlaterngasse in der Wiener Innenstadt.
Die Stunde endet mit dem gemeinsamen Singen des berühmten Liedes „Oh, du lieber Augustin“, das vom Musiker auch schon zu Beginn variantenreich angestimmt worden war, als die Schauspielerin Menschen einlud, Publikum zu werden.