Schulprojekte

"Helden der Güte - von Soldaten, Müttern und Lehrenden"

nach dem Originaltext von Martha Steinitz

als Visuelles Theater umgesetzt in Österreichischer Gebärdensprache, und Deutsche Sprache 

Uraufführung am 4. Juni 2019 um 10:00 im Rahmen des 20. Europäischen und Internationalen Visuellen Theaterfestival VISUAL im Theater Spielraum, Kaiserstraße 46, 1070 Wien

es spielen Rita Hatzmann-Luksch und Markus Rupert mit den SchülerInnen des Bundesinstitut für Gehörlosenbildung Wien


Die klassische althergebrachte Heldenverehrung kennt nur einen Helden, den toten Helden, nur ein toter Krieger ist ein guter Held. Denn Kriegsinvaliden und Kriegsbeschädigte eignen sich nur beschränkt zur Heldenverehrung, nur ein toter Held kann ein echter Held sein. Der tote Held ist in der Kriegspropagandamaschine der gefallene Held. Im Italienischen heißt es "Caduti" wie "Caduta Neve", wie Schnee fallen die toten Helden und werden noch brauchbarerweise vom im Winter eben fallenden Schnee zugedeckt, sie verschwinden und sind nicht mehr sichtbar. Und einmal apern dann die Leichen aus, und die Grausamkeit des Krieges wird sichtbar. 


Aus der Erfahrung der zwei Großen Kriege des 20. Jahrhunderts mit den Balkankriegen zum Beginn des 20. Jahrhunderts als Prolog und den Balkankriegen zum Ende des Nekrolog sollte die Menschheit auch mit den Atombombenabwürfen der US Airforce über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki aus den Erfahrungen dieses blutigsten Jahrhunderts der Menschheitsgeschichte lernen, dass Frieden und Friedensbildung produktiver sind als jeder Waffen-gang, denn: Waffen schaffen keinen Frieden, und sie sichern keine Arbeitsplätze. In diese Hinsicht ist zumindest beachtenswert für Europa, dass zwischen 1948 und 1988 in der Zeit des Kalten Krieges, also der Zeit der passiven Kriegsführung und aktiven Kriegsvermeidung, es zu keinen bemerkenswerten zwischenstaatlichen kriegerischen Auseinandersetzungen gekommen ist, wenn man von den Militärdiktaturen in Griechenland und in der Türkei, den faschistischen Diktaturen in Spanien und Portugal absieht. 


So stellt sich die Situation Westeuropa im Kalten Krieg dar. Und im Osten Europas sind die militärischen Interventionen in Ungarn und der Tschechoslowakei sowie die Verhängung des Kriegsrechts in Polen zu benennen. Dieser kalte Friede in Europa zeigte immerhin ein mildes Antlitz. Und auch der kriegerische Held erhielt im zwanzigsten Jahrhundert ein zweites Gesicht, nämlich als Soldat und Soldatin zur Kriegsvermeidung und Deeskalierung und Helfer und Helferin bei Naturkatastrophen. So kann auch ein Soldat zur Friedensbildung ein neuer Held werden, so wie dies auch für Lehrende gelten kann. 


Die großen vielfach unbedankten Heldinnen sind die Mütter. Ihnen ist dieses zweisprachige visuelle Theaterprojekt der gehörlosen, hörbeeinträchtigten und mehrfach beeinträchtigten Schülerinnen und Schüler gewidmet in Deutscher Sprache und Österreichischer Gebärdensprache als künstlerisches Ausdrucksmittel.


Martha Steinitz ist seit dem ersten Weltkrieg Friedensaktivistin und hat Deserteuren und Wehrdienst-Verweigerern geholfen, sie war viele Jahre Generalsekretärin der International Warresisters League. Für diese Arbeit wurde sie 1962 mit dem Ehrendoktortitel der Universität Leeds ausgezeichnet. 


culture connected 72dpi rgb

Dieses Projekt wird unterstützt von:

BMBWF LogoKKA Logo4c


© Ensemble21 2019